Ski-Club Mitglieder putzen Stolpersteine

Wie viele andere Vereinssportler müssen die Mitglieder des Bremerhavener Ski-Clubs ja wegen Corona auf Hallensport und Schwimmbäder verzichten. Sind sie aber zur Untätigkeit verdammt? Mitnichten.

Am Sonntag, den 08. November, hatten sie sich vorgenommen, zum Gedenken an die „Reichsprogrom-Nacht“ die Stolpersteine zu putzen, die überall in der Stadt an die Menschen erinnern, die Opfer des nationalsozialistischen Terrors wurden. Es war für alle die Gelegenheit, an der frischen Luft ein sinnvolles Werk zu tun.

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Die Stolpersteine konnten
eine Polierkur gut gebrauchen







Das Schicksal der deportierten und ermordeten Menschen rief dieses schreckliche Kapitel der deutschen Geschichte eindrücklich in Erinnerung. Daran zu gemahnen ist gerade heute auch in Bremerhaven wieder wichtig, wie die Reichskriegsflaggen auf dem Theodor-Heuss-Platz am 17. Oktober gezeigt haben.

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Ganze Familien wurden deportiert und ermordet.

 

 

 

Manche Passanten gingen achtlos vorbei, aber es gab auch interessante Begegnungen. Aus diesem Haus kam uns eine Bewohnerin entgegen, fragte freundlich nach unserem Tun, hatte sich aber noch nie Gedanken darüber gemacht, was dieser Stein vor ihrer Haustür bedeutet.

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Schon Jahre vor dem Krieg wurden Widerständler verfolgt und umgebracht.

 

 

 

 


Auf der "Bürger" hatten wir unsere liebe Mühe mit dem Auffinden der Stolpersteine und haben in den umliegenden Geschäften gefragt. Auch dort war man freundlich, wenn auch vergebens, bemüht uns zu helfen. Schließlich fanden wir die Steine zwischen Klamotten-Ständern.

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An die Widerstandskämpfer
Minna und Paul Rattay
erinnern gut versteckte Stolpersteine
auf der „Bürger“.

 

 

 

 

Die Teilnehmer/innen der Ski-Club Aktion sind sich einig:  das war eine gute Sache und sollte, jedes Jahr im November, zur festen Gewohnheit werden. Und warum gibt es in Bremerhaven immer noch kaum Straßen, die die Namen der Opfer statt jene der Täter tragen?

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